Ist einst in ferner Zeit das Jugendfeuer
im Aug erloschen — schlägt der Puls nur schwach,
der Sänger nur ein Schatten noch, ein scheuer —
wenn wir dann hören einen Frühlingstag
die neue Jugend ihre Lieder singen,
hier oben in dem alten Odinshain,
sie sollen in Erinnerung uns bringen
den frischen frohen jungen „Lied‟-Verein.
Die beiden letzten Reihen enthielten kein Versprechen, hatten überhaupt keinen Sinn. Ein Programm wurde nicht gegeben. Daß das Lied im Norden verstummt sei, schwebte dem Jüngling vor; wie aber der neue Ton lauten sollte, gab er nicht an. Daß er oder die Verbindung neue Lieder beginnen werde, ließ er nicht durchblicken. Eine dunkle Ahnung ist in dem Gedicht, daß sie Epigonen seien. Es spricht nämlich die Besorgnis aus, die Nachwelt werde ihnen keinen Marmor errichten, sie würden verschwinden im Grab des Vergessens. Das Ganze ist eine Mischung von Bescheidenheit und Unverschämtheit, die für den Mann bezeichnend ist.
Ein poetisches Faulenzerleben begann. Jeden Abend kam man zusammen, entweder in der Kneipe oder bei einem Bundesbruder. Aber für einen künftigen Schriftsteller war die Zeit nicht verloren. Johan konnte aus der reichen Bibliothek der Kameraden schöpfen; durch den Meinungsaustausch gewöhnte er sich daran, die Literatur von vielen Gesichtspunkten zu sehen. Doch das Leben, die allgemeinen Interessen, die Politik des Tages, die existierten noch nicht; man lebte in Träumen.