Zuweilen erwachte sein Unterklassenbewußtsein und er fragte sich, was er unter den reichen Jünglingen zu schaffen habe. Doch er beruhigte sein Gewissen durch Rausch und Gespräche; er redete sich Mut ein, weiter zu gehen, etwas vom Leben zu verlangen. Denn er hatte, nach der Ansicht der Kameraden, einen guten Einsatz.
Seine Kammer war schlecht; es regnete durchs Dach, ein Bett war nicht vorhanden: nur eine Pritsche, die am Tage Sofa war. Wenn ihm die Zeit lang wurde und die poetischen Gespräche ihn ekelten, suchte er seinen alten Kameraden, den Naturforscher, auf. Da konnte er durchs Mikroskop sehen, hörte von Darwin und der neuen Weltanschauung sprechen. Dort fand er Rat, praktischen, wohlwollenden; und dieser Freund war es, der ihn ermahnte, für das Königliche Theater einen Einakter in Versen zu schreiben.
— Nein, in einem Akt habe ich keinen Spielraum; dann lieber ein Trauerspiel in fünf.
— Aber das ist schwerer zur Annahme zu bringen.
Schließlich ließ er mit sich sprechen und beschloß, eine kleine Idee auszuführen, die von Thorwaldsens erstem Besuch in Rom handelte. Sein Freund lieh ihm Bücher über Italien, und er begann zu arbeiten.
In vierzehn Tagen war das Stück fertig.
— Das wird gespielt werden, sagte der Freund. Das sind Rollen, siehst du!
Da es bis zur nächsten Zusammenkunft der Verbindung noch weit war, eilte Johan am Abend zu Thurs und Rejd hinauf und las ihnen das Stück vor. Sie waren beide der Meinung des Naturforschers: das Stück werde gespielt.
Und sie schmausten und tranken Champagner; hielten Reden und tranken bis zum Morgen; bis sie auf Rejds Fußboden einschliefen, die Punschgläser neben sich. Sie erwachten in einigen Stunden, leerten bei Sonnenaufgang die halbvollen Gläser und gingen hinaus, um weiter zu feiern.
Die Teilnahme der beiden war herzlich, uninteressiert, warm, ohne eine Spur von Neid. Immer erinnerte sich Johan gern an diesen seinen ersten Erfolg: es war eine seiner besten Jugenderinnerungen.