Schließlich wird die Landstraße eben; heller wird's, und die Wagen halten vor einem roten Hause. Diesem Hause gegenüber steht ein hohes, schwarzes Gebäude. Eine Kirche. Wieder eine Kirche. Eine alte Frau, wie er glaubt, groß und mager, kommt und empfängt die Kinder, um sie in ein Zimmer zu ebener Erde zu führen, in dem ein Tisch gedeckt ist. Sie hat eine scharfe Stimme, die nicht freundlich klingt, und Johan ist bange. Man ißt im Dunkeln, aber das Essen schmeckt nicht, denn es ist ungewöhnlich; man ist müde und das Schluchzen sitzt einem im Halse.
Dann wird man auf die Bodenkammer hinaufgeführt, immer im Dunkeln; kein Licht wird angesteckt. Es ist eng; Bettstellen stehen da, und auf Stühlen und am Boden sind Betten gemacht; es riecht furchtbar. Die Bettdecken bewegen sich und ein Kopf erscheint. Dann noch einer. Man kichert und flüstert, aber die Kömmlinge können keine Gesichter sehen. Der älteste Bruder bekommt ein eigenes Bett, aber Johan und der zweite Bruder sollen mit den Füßen gegeneinander liegen. Das ist neu. Nun, sie kriechen hinein und ziehen an der Decke. Der große Bruder streckt sich ungeniert aus, aber Johan erhebt Einspruch gegen den Übergriff. Sie treten sich und Johan wird geschlagen. Er weint sofort. Der älteste Bruder schläft bereits.
Aus einer Ecke tief unten am Boden ertönt eine Stimme.
— Liegt still, Bengels, und schlagt euch nicht.
— Was sagst du? antwortet der Bruder, der ein kühner Junge ist.
Die Baßstimme antwortet:
— Was ich sage? Ich sage, er soll den Kleinen nicht quälen!
— Geht das dich etwas an?
— Ja, das geht mich an. Komm her, ich werde dich durchhauen.