Autor. Nein, keine Selbstverteidigung und keine Bekenntnisse, denn ich habe nichts zu verteidigen und will nichts bekennen, weil ich nicht daran denke, um Verzeihung zu bitten. Ich beginne (merken Sie, ich sage: beginne) zu glauben, daß der Mensch nicht verantwortlich ist, weil ihm der freie Wille zu fehlen scheint.
Interviewer. Das klingt ja vielversprechend für die literarischen und politischen Widersacher, wenn Sie nämlich ebenso mild gegen die sind, wie gegen sich selbst.
Autor. Ebenso mild kann man nicht sein und darf es auch nicht, wenn man nämlich, wie ich glaube, die größten und ersten Pflichten gegen sich selbst hat. Daß ich nicht ebenso milde gegen sie bin, hat auch einen anderen Grund.
Interviewer. Welchen Grund?
Autor. Daß ich recht habe und sie unrecht; daß sie also mir unrecht tun, ich ihnen aber recht.
Interviewer. Wie wissen Sie, daß Sie recht haben?
Autor. Ich schließe es aus triftigen Gründen. Nur die Zukunft kann urteilen.
Interviewer. Sie als einzelner glauben der Gesellschaft gegenüber recht zu haben.
Autor. Jeder einzelne ist ein Vertreter; und ich vertrete die einzelnen, die der jetzigen Gesellschaft gegenüber recht haben.
Interviewer. Wer hat Sie zum Vertreter gewählt?