»Ja, das ist wahr!«

Die Frau grübelte:

»Es ist jedenfalls entsetzlich, daß ein Kind die Eltern kommandieren soll! Umgekehrt müßte es doch sein!«

»Natürlich müßte es das! Wir haben unsere ganze Jugend hindurch entbehrt, und jetzt, wo wir anfangen müßten, das Leben zu genießen, sind wir Sklaven!«

»Und jetzt, wenn er schläft, braucht er uns ja nicht.«

»Er schläft doch immer, wenn er erst eingeschlafen ist?«

»Wir haben ihn verwöhnt, das ist alles! Denke an all die armen Kinder, die morgens eingeschlossen werden und bis Mittag allein bleiben … Weißt du was, Holger; wir sagen der Portierfrau, sie soll achtgeben, ob er schreit …«

»Ja, das finde ich akzeptabel,« antwortete Holger.

Gesagt, getan! Eine Weile später waren die Herrschaften auf dem Wege nach der Stadt. An der Neuen Brücke trennten sie sich; der Mann mußte in die Redaktion, und die Frau sollte im Grand Hotel auf ihn warten, dem klassischen Grand Hotel, das die Männer der siebziger Jahre gegründet, die der achtziger als Erbe übernommen und die der neunziger später dem reformierten Hotel Rydberg zu Liebe verlassen hatten.

Als die Frau ins Hotel kam, ging sie hinein und setzte sich an ihren gewöhnlichen Tisch, nahm eine Zeitung und wartete.