Schreiben, schreiben, schreiben!

»Dieser Teil der Seelsorge ist etwas sonderbar,« begann der Graf flüsternd. »Kontorarbeiten, Buchführung, Kladde. Das sind ja Standesbeamte! Onkel Henrik nennt es ein Pfarramt, aber es ist ja ein öffentlicher Beichtstuhl. Sind Sie zum Abendmahl gewesen? Was geht das euch an! Und sie sind nicht freundlich. Es klingt so hart, wenn die Diener des Herrn sprechen.«

Der Saal leerte sich für einen Augenblick, und einer, der der Bürochef zu sein schien, schnaufte und wischte sich die Brille ab. Es war ein weltlicher Priester, schien es, denn er erzählte laut eine Anekdote von einer Frau, die am vorigen Sonntag von der Kanzel mit einem Verrückten aufgeboten worden war. Als er sich im Zimmer umsah und die Tochter der bekannten Frau Brita bemerkte, diese Tochter, die in Upsala ebenfalls von sich reden gemacht hatte, wurde er rot bis an die Haarwurzeln; und als der Kirchendiener im selben Augenblick vorbeiging, um das Kaminfeuer zu schüren konnte er den Mund nicht halten.

»Nachheizen, Söderström, daß der Kamin rot wird; rot muß er sein, rot für die Roten!«

»Schilt er uns aus?« flüsterte der Graf.

Aber das Büropersonal belohnte den Chef mit einem erstickten Kichern, und dieser, dem der Erfolg zu Kopf stieg, trachtete nach neuen Lorbeeren.

»War nicht vorhin ein Lümmel hier, der die Einzelheiten der letzten Scheidung wissen wollte?« fragte er den Küster.

Dieser murmelte etwas, was nur dazu dienen sollte, den derben Witz hervorzurufen, der jetzt abgefeuert wurde.

»Das ist ja wie im Volkstheater,« flüsterte der Graf. »Und ich habe es so ernst genommen! Wollen wir unserer Wege gehen? Esther?«