»Stickstoffgas?«
»Ja, Stickstoff, der das gleiche spezifische Gewicht wie Leuchtgas hat, nämlich 0,9, muß natürlich einen Ballon heben können. Da Stickstoff sich weder entzündet noch explodiert, kann er erwärmt werden, entweder durch Benzinlampe, Petroleumofen oder Acetylen. Dann sitze ich in der Wärme und bediene eine Schraube, steige oder falle nach Bedarf und kann aussteigen, ohne meinen Ballon zu leeren, kann höher und tiefer gehen und neue, passende Winde aufsuchen.«
»Aber die Feuersgefahr?«
»Stickstoff ist nicht feuergefährlich und imprägnierte Leinwand fängt nicht Feuer. Das kannst du bei einem Ingenieur bestellen, ebenso wie den Regulator zu meiner Äther- oder Benzin-Dampfmaschine!«
»Hast du noch mehr Erfindungen?«
»Ja, wir müssen Wasser verbrennen. Du weißt, daß Koks mit Wasser besser brennt als ohne! Mache dir also ein poröses Koksstück aus feuerfestem Lehm oder Gußeisen und feuchte es unaufhörlich mit überhitztem Dampf an, nachdem du mit gewöhnlichem Koks ein Initialfeuer gemacht hast, das den Dampf liefert.«
»Das klingt gut; hast du auf deiner Ausstellung noch mehr auszustellen?«
»Doch, wir haben ein Teleskop. Diese alten großen Ungeheuer sind ganz unnötig. Ich sah neulich durch das Fernrohr eines magnetischen Theodolits, bei dem das Rohr nicht länger war als einen halben Fuß und das Glas nicht größer als ein Zweipfennigstück. Das war ein Fernrohr, das was taugte. Nun ist das Köstliche, daß man für die Planeten nicht zu starke Vergrößerungen nehmen darf. Mars verträgt nur eine fünfzigfache Vergrößerung. An den Sternen ist nichts zu sehen, denn sie werden kleiner, je stärker die Vergrößerung ist, also kuriose Lichtquellen. Bleiben Sonne und Mond, und die sieht man ebensogut mit einem Opernglas. Dann müßten wir … Da kommt Kurt!«
Kurt Borg trat heran. Er sah feierlich aus, aber auch zerstreut:
»Wo kommst du her?« grüßte der Doktor.