»Das sieht nach einem Zyklon aus,« sagte der Doktor.

»Apropos Zyklon, erinnert ihr euch des Zyklons in Paris?« fiel Kurt ein. »Es war am 10. September im vorigen Jahr, ich war da und habe ihn miterlebt. Es war schauerlich anzusehen, so daß viele vor Schreck den Verstand verloren haben. Er verheerte den Platz Saint Sulpice vor dem Jesuitenseminar … ging nach der Seine und zerschmetterte ein Kohlenschiff, das La Revanche hieß …«

»Das war ein symbolistischer Zyklon,« fiel Isak ein.

»Dann fuhr er nach der Sainte Chapelle Ludwigs des Heiligen und riß die Gerüste herunter, darauf brauste er in den Justizpalast hinein. Da saß ein Richter und führte eine Verhandlung, als plötzlich die Fenster aufsprangen und ein großer Baum mit Wurzeln und allem in den Gerichtssaal geschleudert wurde; ein Posten draußen wurde mit dem Schilderhaus hochgehoben und durch einen langen Korridor geschleift. Der Justizpalast schien am schlimmsten heimgesucht zu sein. Dann aber fuhr der Wirbel nach dem Saint-Louis Hospital und riß fünfzig Meter des eisernen Stakets nieder, das einen Mitarbeiter des Courrier de Paris um ein Haar erschlagen hätte.«

»Denkst du dir das aus? Freund Max würde eine Wahrzeichengeschichte daraus machen, aber glücklicherweise ist es seit einem Jahr in Paris ruhig; und Wahrzeichen pflegen doch nicht erst nach Jahr und Tag zu versagen?«

»Ausdenken? Du kannst einen Ausschnitt aus der Vossischen Zeitung lesen, den ich bei mir habe!«

»Nein, danke schön! ich erinnere mich noch; Jesuitenseminar, Saint Louis zweimal, La Revanche und der Justizpalast …«

»Behalte das also im Gedächtnis,« sagte Kurt mit einem scharfen, fast fanatischen Ton; »und wenn in Paris etwas passiert, in diesem Jahr oder im nächsten, so …«

»Bist du auch Okkultist geworden?« parierte der Doktor.

»Okkultist oder nicht, aber es liegt etwas in der Luft! Ich habe in Paris einen Traum gehabt …«