Esther und Max gingen vor der Kunsthalle auf und ab. Max redete:

»Mir kommt es vor, als wenn die Menschen hier einander nicht lieben, sondern mehr zusammengescheucht werden, von der Furcht vor einer unbekannten Zukunft; es ist wie das Bedürfnis des Kranken, sich mit dem Feind zu versöhnen; wird er aber gesund, so ist die Feindschaft wieder da.«

Sie blieben stehen und betrachteten zuerst die Zyklonwolke am Himmel, dann warfen sie ihre Blicke auf die Loggia der Kunsthalle, als wollten sie dort Schutz suchen.

»Siehst du,« begann der Graf wieder, »siehst du die Büste da drinnen?«

»Das ist Arvid Falk! Lebt er noch?«

»Ja, er lebt!«

»Komm, wir wollen ihn uns ansehen!«

Sie gingen in die Veranda hinein, und Graf Max begann wieder:

»Das hatte ich nicht erwartet, ihn hier zu sehen, aber er wird ja als tot und ungefährlich betrachtet.«