Redakteur Gustav Borg stand auf dem Vorderdeck des kleinen Schärendampfers, der nach Storö fuhr, wo er sein Besitztum hatte; aber in seiner erregten Gemütsstimmung hätte er sich am liebsten unsichtbar gemacht oder im Notfall blind und taub.

Zwei fremde Herren befanden sich in seiner Nähe, und er mußte ihr Gespräch mit anhören.

»Eine hübsche Stadt ist Stockholm auf jeden Fall; aber sie wirkt doch wie eine Dekoration, denn sie ist zu groß und glänzend, um ein ödes Land zu repräsentieren.«

»Ödes?«

»Ja, ich habe kürzlich eine Inspektionsreise durch ganz Schweden gemacht, ich bin nämlich Inspektor einer Lebensversicherungsgesellschaft; und ich bin durch ganze Provinzen gezogen, ohne Menschen zu sehen; in dem Zug waren fünf Leute, auf den Bahnhöfen war es totenstill. Kam ich in eine große Stadt, so war sie von Beamten bevölkert: ein Landeshauptmann, ein Bischof, ein Oberst, dazu ein Stab von Bürgermeistern, Ratsherren, Postmeistern, Telegraphenkommissaren – und ein paar Kaufleute.«

»Aber die Bevölkerungszahl ist doch auf fünf Millionen angewachsen?«

»Allerdings; doch unter diesen fünf Millionen ist nur eine Million Männer zwischen zwanzig und fünfundfünfzig Jahren. Zweiundeinehalbe Million sind Kinder und Frauen ohne Beruf. Aber jene Million erwachsener, arbeitsfähiger Männer muß die zweieinhalb Millionen Unproduktiver versorgen, muß außerdem 170 000 Beamte ernähren, abgesehen vom Militär, das 133 000 ausmacht. – Du hörst, ich weiß als rechter Lebensversicherer über meine Leben Bescheid.«

»Haben wir 170 000 Zivilbeamte?«

»Ja, wir haben 67 000 Post-, Telegraphen- und Eisenbahnbeamte, 27 000 Regierungsbeamte, 28 000 Geistliche mit Gehilfen, 38 000 Lehrer, 17 000 Kommunalbeamte.«