»Warum züchtigst du dein Tier nicht?« brüllte der Doktor, der für den geschädigten und erniedrigten Menschen Partei zu nehmen versuchte.

»Nein, dann kommt der Tierschutzverein!« meinte der Pastor.

»Der Verein kann recht haben, wenn nämlich der Stock statt dessen über dich käme; aber ich weiß, daß du nicht wagst, den Stock gegen Phylax zu erheben, denn dann zeigt er die Zähne; er ist der Herr und du bist der Hund! Du verwünschtes Vieh von einem Egoisten!«

Damit verließ er den Rauchsalon und warf die Tür hinter sich zu.

Jetzt lag der Fjord offen da, und der Doktor ging nach dem Achterdeck hinunter, um sich abzukühlen.

Da bemerkte er den Großkaufmann Levi, der ebenfalls eine Villa auf Storö besaß, und Britas dritten Sohn, der ein Vorwerk von Pastor Alroth gepachtet hatte.

Der Doktor mußte erst seinem Zorn Luft machen, ehe er ein neues Gesprächsthema aufnahm, und bei Isak fand er ein treues Herz, dem er seinen Ärger anvertrauen konnte.

»Nein, diese Teufel! Die Frauen haben sich mit den Tieren verbündet; ein Tier darf mich beißen, wenn ich mich aber gegen das Tier mit einem Tritt verteidige, so komme ich ins Gefängnis. Ist das das Ende der Welt, oder was ist es? Und diese Tierweiber werden als die Wohltäter der Menschheit gemalt, als Riesengenies biographiert …«

»Ja,« sagte Isak, »das sind die Konsequenzen der zoologischen Weltanschauung, der Veterinärpsychologie, des auf das Tier ausgedehnten demokratischen Prinzips. Alles ist gleich, alle sind gleich …«

»Welche Schafsköpfe haben so absurde Konsequenzen ziehen können? Wenn der Mensch auf der Tierskala am höchsten steht, so soll er doch über das Tier herrschen, das ist Logik. – Aber es ist ein Symptom des Verfalls, wenn kleine oder große Tiere die Macht bekommen; Bakterien oder Hunde, das ist einerlei; gegen den Bazillus darf ich mich verteidigen, aber gegen den Hund nicht? Ja, wißt ihr, es ist alles verfault!«