»Ist er liberal?« unterbrach Frau Dagmar sofort, der die Antwort in den Mund gelegt war, ohne daß sie es merkte.

»Ja, man kann ihn wohl immerhin so nennen,« antwortete der durchtriebene Schwager.

»Nennen, ja! Aber er ist doch konservativ …«

»Du meinst in gewissen Fragen?«

»Ja, das meine ich; in der Frauenfrage ist er Reaktionär und müßte bekämpft werden. Außerdem ist er Norwegerhasser!«

»Aber nein,« reizte Gustav; »er ist doch mit dir verheiratet!«

»Ja, eben deshalb kann ich ihn ja beurteilen! Er nennt Ibsen einen Tropf und Björnson ein altes Weib. Ist er da nicht Norwegerhasser?«

»Das kann doch nicht sein Ernst sein?«

»Hat er nicht auf Lage Langs Fest die Norweger ein verteufeltes Volk genannt und seine Frau beschimpft? Aber ich bin schon beim Rechtsanwalt gewesen …«

Jetzt hellte sich Gustav Borgs Gesicht auf; denn der Zweck seines Besuchs war, zu erfahren, wie weit die Sache gediehen sei.