Er begab sich also an Ort und Stelle, wo er seinen Schwager in voller Tätigkeit fand. Mit Käppchen und einem sonnenverschossenen Überzieher bekleidet, saß dieser da, führte das Milchjournal und hatte ein geleertes Frühstückstablett hinter sich am Fenster stehen.

Gustav Borg scherzte gern über des Schwagers Seelsorge in Viehstall und Meierei, heute aber war er nicht dazu aufgelegt, denn er wollte ihn für sich gewinnen, und der Pastor entwaffnete ihn außerdem durch einen Blick, der um Schonung im Beisein der Knechte bat.

»Wir haben seit vier Uhr früh gearbeitet, deshalb hab ich etwas essen müssen!«

Damit wollte er den Ausfall gegen das Frühstückstablett parieren, das mit Bier- und Branntweinflasche versehen war.

»Ich wollte dir nur guten Tag sagen!« antwortete der Schwager und sah nicht nach dem Tablett hin.

»Wir sind gerade fertig. Warte einen Augenblick, dann komme ich mit dir!«

Gustav wartete und sah sich die hundert fetten Rinder an, die kauten und mit den Schwänzen schlugen.

Der Pastor summierte die Liter und war von dem Resultat befriedigt, obwohl er sich wunderte, daß das Probemelken unter Aufsicht stets ein besseres Resultat ergab als das tägliche Melken.

»Siehst du, das ist das Auge des Herrn!« sagte er. »Wenn man sich nicht um das Seine kümmert, so weiß man, wie es geht. Und die Erde gibt nur dem Eigentümer selbst. Würde ich dies hier verpachten, so bekäme ich nie die Pacht zu sehen. Der Pächter klagt immer, und wenn es ans Bezahlen geht, schickt er Frau und Kinder, die ihn von der Pachtsumme freiweinen sollen. Nein, ›Selbst‹ ist der beste Knecht. Jetzt wollen wir nur einmal in die Meierei hineinschauen. Hast du meine neue Zentrifuge gesehen? Es ist eine Pracht, wie diese Turbine arbeitet!«