»Das kann ich mir denken! Aber das Ende wird sein, daß ich selber Inspektor werde, dann komme ich vielleicht noch zu einem eigenen Gut, ehe ich sterbe.«

Jetzt wollte die Frau von allgemeinen Betrachtungen zu Tatsachen übergehen.

»Kristin in der Küche verlangt ihren Lohn. Hast du das Geld für die Kuh bekommen, die wir dem Schlächter verkauft haben?«

»Nein, aber ich erwarte ihn jeden Augenblick mit dem Geld. Wieviel schulden wir Kristin?«

»Einen Jahreslohn, wie du weißt, und dann habe ich bar von ihr geliehen … ja, was soll man machen?«

»Hör einmal, wir sind doch morgen eingeladen; haben die Kinder was anzuziehen?«

»Nein, du weißt ja, daß sie nur Sommermäntel haben.«

»Dann müssen wir sie in Schals und Decken einpacken, denn zu Hause können sie nicht bleiben.«

»Ja, Anders, das ist verkehrte Wirtschaft. Ich bin auf dem Lande geboren und weiß, was ein Hof tragen kann, das weißt du aber nicht! Ein so kleiner Besitz wie dieser kann nicht einen Schmied, einen Waldhüter und einen Kutscher tragen. Und weil du ihnen ihren Lohn nicht zahlen kannst, stehlen sie. Der Schmied stiehlt Eisen und arbeitet für eigene Rechnung; er beschlägt für das halbe Kirchspiel die Pferde mit deinem Eisen; der Waldhüter verkauft Holz und der Kutscher Hafer. Weißt du, mein Freund, am liebsten liefe ich weg von all diesem, denn es ist nicht eine Brotrinde im Hause! Ich könnte weinen, wenn es mir nicht leid täte um dich; aber du bist so gut, und du bist an dieser Wirtschaft nicht schuld.«

Jetzt konnte Anders seine Rührung nicht zurückhalten; denn er war ein guter Mann, den ein gutes Wort in Tränen zerfließen ließ; doch er kam nur bis zu einem dankbaren Händedruck, als man draußen Schellengeläut hörte.