Hier kam das Gespräch ins Stocken, denn Anders hatte zu wenig Interesse für die Kirche, um ihren Untergang beklagen zu können; außerdem war sein eigener Selbsterhaltungstrieb erwacht, so daß er während des letzten Teils des Gesprächs sich hatte ausdenken können, wo er jetzt seine zehn Kronen hernehmen würde. Deshalb stand er hastig auf und nahm mit den einzigen Worten der Ermunterung, die er finden konnte, Abschied:

»Zerstreue dich, alter Junge! Komm herüber und besuche uns, dann wollen wir dich aufrütteln.«

Der Vikar sah seinen Freund wie einen Fremden an, denn er war in seinen Hoffnungen, Teilnahme zu finden, getäuscht worden. Er griff aber nach seiner Pelzmütze, um ihn an den Strand hinunterzubegleiten; er scherwenzelte wie ein Hund und sprach in einem fort, jetzt aber über Bagatellen, über das Wetter und den Fischfang, über den Eisgang und die Gefahren auf See, alles vor tauben Ohren.

Als Anders Borg sich über die Eisrinne gestakt hatte und im Schlitten saß, fuhr er nordwärts; doch da ihm der am Strande stehende Pastor einfiel, drehte er sich um, und jetzt sah er, wie der Verlassene die Mütze zum Abschied schwenkte.

Das gab ihm einen Stich, zugleich aber empfand er den Trost des Verzweifelten, wenn er einen Menschen zu sehen bekommt, der noch verzweifelter ist.

Ohne Heim, ohne Freunde, Ruin und Gefängnis vor Augen! dachte er. Es ist ein Jammer um ihn, aber wo soll ich zehn Kronen hernehmen?

Diese Frage hatte er sich in seinem Innern schon beantwortet, da er nach Norden über den Fjord steuerte; denn da wohnte der alte Opernsänger, der sich, der Welt überdrüssig, mit seiner Pension und seiner Frau auf einen Hof zurückgezogen hatte, den er ohne Acker, aber mit Jagd- und Fischereigerechtsame gepachtet hatte.

Eine Meile ist für ein Pferd lang, doch es lief sie auch noch, und Anders Borg war wenigstens eines freundlichen Empfangs und eines guten Tropfens sicher, wie es dann nachher mit den zehn Kronen auch ablaufen mochte.

Im Vorbau stand der alte Sänger mit seiner Flinte und einem Jagdhund. Er kam von einer Hasenpirsch, natürlich ohne etwas geschossen zu haben, und war sehr erfreut, einen Menschen zu Gesicht zu bekommen; denn er wohnte in der Einsamkeit und hatte eine halbe Meile weit keinen Nachbarn.

Während Anders Borg mit dem Schutzleder zu tun hatte, klopfte der Sänger dem schäumenden Pferde die Nüstern und sagte: