– Ich weiß noch einen, der seinen Teil haben müßte! meinte Gustav, der trotz dem Jagdfieber noch von Nebengedanken geritten wurde. So ein Kerl, will jetzt auch auf der Kammer liegen!

– Nein, wirklich? witterte Norman.

– Ja, und dann will er Ordnung in den Hof bringen! Als wüßten wir nicht besser als er, was Ordnung ist. Aber so ist’s: neue Besen kehren gut, so lange sie neu sind; doch laßt mir nur Zeit, ich werde es ihm schon zeigen!

– Und dann, sagte er nicht, die Kleesaat hole ihre Nahrung aus der Luft, was?

– Ja, aus der Luft; aus meinem Dreck holt sie die Nahrung!

Und die beiden Sachverständigen lachten, während Carlsson hinter dem Busche mit den Zähnen knirschte.

– Ja, er soll mir nur kommen, beteuerte Gustav, so einem

Freischärler weiche ich nicht! Er soll mir nur kommen, hart wird er liegen! – Still, da streicht die andere zurück.

Die Schützen hatten neu geladen und liefen wieder auf ihren Anstand. Carlsson aber schlich sich behutsam nach Hause, entschlossen, zum Angriff überzugehen, sobald er genügend gerüstet war.

Als er am Abend auf die Kammer kam, die Rollgardine herabließ und das Licht ansteckte, fühlte er sich zuerst etwas beklommen, weil er allein war. Eine gewisse Furcht vor denen, von welchen er sich abgesondert hatte, überfiel ihn. Bisher war er immer gewohnt gewesen, sich zu allen Tageszeiten in Gesellschaft zu fühlen; immer bereit, angesprochen zu werden; nie um einen Zuhörer verlegen, wenn er plaudern wollte. Jetzt war es still um ihn, so still, daß er aus Gewohnheit erwartete, angesprochen zu werden; Stimmen zu hören glaubte, wo keine waren. Und sein Kopf, der sich bisher aller Gedanken im gesprochenen Wort entledigte, füllte sich mit einem Überschuß von unverbrauchtem Gedankensamen, der keimte und sprengte, um in irgend einer Form herauszukommen; der solche Unlust im Körper verursachte, daß die Ruhe des Schlafes sich nicht einfinden konnte.