Der Schmied

Seit ich ins Auge dir geschaut,
Kann ich dich nimmer, nimmermehr vergessen!
Und auf des Alters Schreckbild würde sich
Erinnerung wie eine Maske legen,
Ob Pest auch ihre schwarzen Zeichen ließe,
Ob Feuer deine weißen Wangen sengte
Und deine Augen aus den Höhlen träten,
Ich säh’ es nicht!
Dein schönes Bild in meinem Herzen blieb,
Das seh ich überall, das hab’ ich lieb!

Die Liebhaberin

Aussätzig bin ich, nun besteh’ die Probe!

(Sie lüftet ihre Maske und läßt ihr vom Aussatz verwüstetes Antlitz sehen)

Der Schmied

(anfangs etwas verzagt, faßt sich allmählich)

Ich traure, wie im schneeigen Winter
Man trauert um des Sommers Blumen;
Gram ist der Liebe Schnee,
Und unterm Schnee, da treiben Rosen!
Wie früher lieb’ ich dich,
Nein, wärmer noch!
Ich lieb’ in dir Erinnerung
An das, was ich geliebt! Mein Lieb,
Zum Unterpfand der Liebe küsse mich.

Die Liebhaberin

Rühr’ mich nicht an! Ich trag’ den Tod
Auf meinen Lippen!