Jean ausweichend. Da das Fräulein mich nicht verstehen wollen, muß ich deutlicher reden. Es sieht nicht gut aus, wenn Sie einen Ihrer Untergebenen den andern, die dieselbe ungewöhnliche Ehre erwarten, vorziehen —

Julie. Vorziehen! Was bildet Er sich ein! Ich bin ganz erstaunt! Ich, die Herrin des Hauses, beehre den Tanz der Leute mit meiner Gegenwart, und wenn ich nun wirklich tanzen will, so will ich es mit einem, der führen kann, sodaß ich dem entgehe, ausgelacht zu werden.

Jean. Wie das Fräulein befehlen! Ich stehe zu Diensten!

Julie sanft. Sprechen Sie jetzt nicht von befehlen. Heute Abend sind wir ja als frohe Menschen auf dem Fest und legen allen Rang ab! So, geben Sie mir denn Ihren Arm! Sei ganz ruhig, Christine! Ich werde dir deinen Schatz nicht entführen!

Jean bietet ihr seinen Arm und führt sie durch die Glasthür hinaus.

Christine allein.[* ]

Schwache Violinenmusik in einiger Entfernung im Takt eines Schottisch.

Christine summt die Musik mit, räumt den Tisch ab, wo Jean gegessen hat, wäscht den Teller am Aufwaschtisch ab, trocknet ihn ab und setzt ihn in einen Schrank. Dann legt sie die Küchenschürze ab, nimmt einen kleinen Spiegel aus der Tischschublade, stellt ihn gegen die Krucke mit Flieder auf dem Tisch, zündet ein Talglicht an und macht eine Haarnadel heiß, mit der sie ihre Stirnhaare kräuselt. Darauf geht sie an die Glasthüre und lauscht, kommt wieder an den Tisch zurück, findet das Taschentuch des Fräuleins, das dieselbe vergessen, nimmt es und riecht daran; dann breitet sie es in Gedanken aus, reckt es, streicht es glatt und legt es viermal zusammen.

Jean kommt allein durch die Glasthür zurück. Ja, sie ist verrückt. So zu tanzen! Und die Leute stehen an den Thüren und grinsen über sie. Was sagst du dazu, Christine?

Christine. Ach, es ist ja jetzt ihre Zeit, und da ist sie immer so sonderbar. Aber willst du jetzt kommen und mit mir tanzen?