Julie. Ich sollte das Aushängeschild des Hotels werden —

Jean. Und ich das Hotel.

Julie. In Ihrem Kontor sitzen, Ihre Kunden anlocken, Ihre Rechnungen fälschen —

Jean. Das würde ich selbst besorgen —

Julie. Daß eine Menschenseele so durch und durch schmutzig sein kann!

Jean. Waschen Sie sie doch rein!

Julie. Lakai! Domestik! Steh auf, wenn ich rede!

Jean. Domestikendirne halte den Mund und geh von hier fort. Willst du herkommen und mir vorwerfen, ich sei roh? So gemein, wie du dich heute Abend aufgeführt hast, hat sich niemals einer meinesgleichen benommen. Glaubst du, ein einfaches Mädchen berührt Männer so, wie du? Hast du je ein Mädchen meines Standes sich so anbieten gesehen?

Julie zerknirscht. So ist's recht; schlage mich; trete mich nieder; ich habe es nicht besser verdient! Ich bin eine Elende; aber hilf mir! Hilf mir weiter, wenn eine Möglichkeit vorhanden ist!

Jean sanfter. Ich will nicht auf meinen Anteil an der Ehre, Sie verführt zu haben, verzichten; aber glauben Sie, daß eine Person in meiner Stellung gewagt haben würde, die Augen zu Ihnen zu erheben, wenn Sie nicht selbst dazu aufgefordert hätten! Ich bin noch ganz verblüfft —