Julie. Wissen Sie, was der Ziegelfabrikant war?

Jean. Der Liebhaber Ihrer Mutter.

Julie. Wissen Sie, wem das Geld gehörte?

Jean. Warten Sie ein wenig — nein, das weiß ich nicht.

Julie. Meiner Mutter.

Jean. Dem Grafen also, wenn sie nicht in getrennten Gütern lebten?

Julie. Das thaten sie nicht! Meine Mutter hatte ein kleines Vermögen, welches sie nicht durch meinen Vater verwalten lassen wollte, und darum deponierte sie es bei — dem Freunde.

Jean. Der es unterschlug!

Julie. Ganz richtig! Er behielt es! Dies alles kommt meinem Vater zu Ohren; er konnte aber nicht prozessieren, den Liebhaber seiner Gattin nicht bezahlen, nicht beweisen, daß es das Geld seiner Frau war. Das war die Rache meiner Mutter dafür, daß er die Gewalt im Hause an sich riß. Damals hatte er die Absicht, sich zu erschießen! Es ging das Gerücht, daß er es hätte thun wollen, und daß es mißglückt wäre! Er blieb also am Leben, und meine Mutter mußte ihre Thaten entgelten! Das war eine böse Zeit für mich, können Sie sich denken. Ich sympathisierte mit meinem Vater, aber ich ergriff doch die Partei meiner Mutter, da ich nicht die Verhältnisse kannte. Von ihr hatte ich Mißtrauen und Haß gegen die Männer erlernt — denn sie haßte die Männer, so weit ich gehört habe — und ich schwor ihr, niemals die Sklavin eines Mannes zu werden.

Jean. Und dann verlobten Sie sich mit dem Kronvogt.