Julie. Allein? Wohin? Das kann ich nicht.

Jean. Sie müssen! Und zwar bevor der Graf zurück ist. Bleiben Sie, so wissen Sie, was daraus wird! Hat man erst einmal gefehlt, so wird man damit fortfahren, da der Schaden ja bereits geschehen ist. Dann wird man dreister und dreister — schließlich wird man entdeckt. Also reisen Sie! Schreiben Sie später an den Grafen, und bekennen alles, außer daß ich es war! Und das wird er nie erraten! Ich glaube auch nicht, daß ihm daran liegen wird, es zu erfahren!

Julie. Ich werde reisen, wenn Sie mitkommen!

Jean. Sind Sie rasend, Fräulein? Sie wollen mit Ihrem Bedienten durchbrennen? Übermorgen stände es in den Zeitungen, und das überlebte der Graf niemals.

Julie. Ich kann nicht reisen! Ich kann nicht bleiben! Helfen Sie mir! Ich bin so müde, so grenzenlos müde. — Befehlen Sie mir! Bringen Sie wieder Leben in mich hinein, denn ich kann nicht mehr denken und nicht mehr handeln.

Jean. Sehen Sie nun, was für ein elendes Geschöpf Sie sind? Warum blasen Sie sich auf und recken die Nase in die Luft, als wenn Sie der Herr der Schöpfung wären? Na, dann werde ich Ihnen befehlen! Gehen Sie und ziehen Sie sich an; versehen Sie sich mit Reisegeld und kommen Sie dann wieder herunter!

Julie halblaut. Kommen Sie mit hinauf!

Jean. Auf Ihr Zimmer? Nun sind Sie wieder verrückt. Er zögert einen Augenblick. Nein! Gehen Sie! Sofort! Er faßt sie bei der Hand und geleitet sie durch die Glasthür hinaus.

Julie im Abgehen. Sprich doch freundlich mit mir, Jean.

Jean. Ein Befehl klingt immer unfreundlich! Fühlen Sie es nun selbst, fühlen Sie es! Beide ab.