Jean zögernd. Genügend?
Julie. Genug für den Anfang! Komm mit mir, denn ich kann heute nicht allein reisen. Denke, am Johannistage, in einem schwülen Zug, in eine Masse von Leuten hineingepfropft, die einen anglotzen; auf den Stationen warten, wenn man fliegen möchte. Nein, ich kann nicht, ich kann nicht! und dann kommen die Erinnerungen, die Kindheitserinnerungen an die Johannistage mit der laubgeschmückten Kirche — Birkenlaub und Flieder; das Mittagsmahl mit prachtvoll gedecktem Tisch, die Verwandten und Freunde; der Nachmittag im Park, Tanz, Musik, Blumen und Spiele. Ach, man flieht und flieht; aber im Gepäckwagen folgen die Erinnerungen, die Reue und die Gewissensqualen nach!
Jean. Ich werde Sie begleiten! Aber dann fort, ehe es zu spät ist. Jetzt auf der Stelle!
Julie. So machen Sie sich fertig! Sie nimmt das Vogelbauer.
Jean. Aber keine Bagage! Dann sind wir verloren.
Julie. Nein, nichts! Nur was man ins Coupé mitnehmen kann.
Jean hat einen Hut genommen. Was haben Sie denn da? Was ist das?
Julie. Das ist nur mein kleiner Zeisig! Den will ich nicht zurücklassen!
Jean. Nanu? Sollen wir nun auch noch das Vogelbauer mitnehmen! Sie sind rein verrückt! Lassen Sie den Vogel da!
Julie. Das Einzige, was ich von Hause mitnehme; das einzige lebende Wesen, das mich gern hat, seitdem mir Diana untreu geworden ist! Sei nicht grausam! Laß mich ihn mitnehmen!