Jean. Lassen Sie ihn da, sage ich — und reden Sie nicht so laut. Christine kann uns hören!

Julie. Nein, ich lasse ihn nicht in fremden Händen zurück! Töte ihn dann lieber!

Jean. So geben Sie das kleine Ding denn her, ich werde ihm den Hals umdrehen!

Julie. Ja, aber ihm nicht wehe thun! Nicht — nein, ich kann es nicht!

Jean. Her damit, ich kann's!

Julie nimmt den Vogel aus dem Bauer und küßt ihn. O mein Sennchen, sollst du durch deine eigne Herrin sterben?

Jean. Seien Sie so gut und machen Sie jetzt keine Scenen; es gilt ja Ihr Leben, Ihre Wohlfahrt! So, schnell! Er reißt ihr den Vogel aus der Hand, trägt ihn zum Hackblock und nimmt das Küchenmesser.

Julie wendet sich ab.

Jean. Sie hätten Hühnchen schlachten lernen sollen, statt mit dem Revolver zu schießen, haut zu dann würden Sie nicht vor einem Blutstropfen ohnmächtig werden.

Julie schreit. Töte auch mich! Töte mich! Wenn du ein unschuldiges Tier schlachten kannst, ohne daß dir die Hand bebt! O ich hasse und verabscheue dich. Zwischen uns steht Blut. Ich fluche der Stunde, da ich dich sah, ich fluche der Stunde, da ich geboren wurde!