Das Sonnenlicht hat nun den Boden erreicht und strömt über Jean hin.

Julie. Es ist so warm und schön — sie reibt sich die Hände, als wenn sie sie an einem Feuer wärmte und dann so hell — und so still!

Jean nimmt das Rasiermesser und giebt es ihr in die Hand. Da ist der Besen! Geh nun, da es hell ist, hinaus in die Scheune — und — er flüstert ihr etwas ins Ohr.

Julie wach. Danke! Nun gehe ich zur Ruhe! Aber sagen Sie mir jetzt noch, daß auch die Ersten der Gnade teilhaftig werden können. Sagen Sie es, wenn Sie es auch nicht glauben.

Jean. Die Ersten? Nein, das kann ich nicht! Aber warten Sie, Fräulein Julie — nun weiß ich! Sie gehören ja nicht mehr zu den Ersten — denn Sie sind unter den Letzten!

Julie. Das ist wahr! — Ich bin unter den Allerletzten; ich bin die Letzte! O — Aber nun kann ich nicht gehen — Sagen Sie noch einmal, daß ich gehen soll!

Jean. Nein, jetzt kann ich es auch nicht mehr! Ich kann nicht!

Julie. Und die Ersten sollen die Letzten sein!

Jean. Denken Sie nicht! Denken Sie nicht! Sie rauben auch mir alle Kraft, sodaß ich feig werde! Was! Ich glaube, die Glocke bewegte sich! Nein! — Sollen wir Papier hineinstecken! — So bang vor dem Ton einer Glocke zu sein! — Ja, aber das ist nicht nur eine Glocke — es sitzt jemand dahinter — eine Hand setzt sie in Bewegung — und etwas anderes setzt die Hand in Bewegung — aber halten Sie sich nur die Ohren zu! Ja, dann klingelt es noch schlimmer! klingelt, bis man Antwort giebt — und dann ist es zu spät! und dann kommt der Schulze — und dann —

Es wird zweimal stark geläutet.