Jean. Es ist Jean, Herr Graf! Er lauscht; man hört nicht, was der Graf spricht. Ja, Herr Graf. Er lauscht. Ja, Herr Graf! Sogleich. Er lauscht. Sehr wohl, Herr Graf! Er lauscht. Ja! In einer halben Stunde.

Julie äußerst ängstlich. Was sagte er? Herr Jesus, was sagte er?

Jean. Er verlangte seine Stiefel und seinen Kaffee in einer halben Stunde.

Julie. Also in einer halben Stunde! O ich bin so müde; ich vermag nichts, ich vermag nicht zu bereuen, nicht zu fliehen, nicht zu bleiben, nicht zu leben, nicht zu sterben! Helfen Sie mir nun! Befehlen Sie mir, und ich werde gehorchen, wie ein Hund! Leisten Sie mir den letzten Dienst, retten Sie meine Ehre, retten Sie meinen Namen! Sie wissen, was ich wollen sollte, aber nicht will. Wollen Sie es und befehlen Sie mir, es zu vollbringen!

Jean. Ich weiß nicht — aber nun kann ich auch nicht — ich begreife es selbst nicht. Es ist gerade, als wenn der Rock hier bewirkte, daß ich Ihnen nichts befehlen kann — und nun, seitdem der Graf zu mir gesprochen hat — ich kann es nicht recht erklären — aber — ah, es ist der Lakai, der mir im Rücken sitzt! Ich glaube, wenn der Graf jetzt käme und mir befehlen würde, ich sollte mir den Hals abschneiden, so würde ich es auf der Stelle thun.

Julie. Thun Sie also, als wären Sie er, und ich Sie! Sie konnten sich ja vor kurzem so gut verstellen, als Sie vor mir auf den Knieen lagen — da waren Sie ein Ritter — oder sind Sie niemals im Theater gewesen und haben den Magnetiseur gesehn?

Jean macht eine bejahende Gebärde.

Julie. Er sagt zu dem Medium: nimm den Besen; es nimmt ihn; er sagt: fege; und es fegt —

Jean. Dann müßte der andere ja schlafen.

Julie exaltiert. Ich schlafe bereits — der ganze Raum steht mir wie voller Rauch vor Augen — und Sie sehen wie ein eiserner Ofen aus — der einem schwarzgekleideten Mann mit Cylinder gleicht — und Ihre Augen leuchten wie Kohlen, wenn das Feuer ausgeht — und Ihr Gesicht ist ein weißer Fleck wie Flugasche.