Der Herd ist mit Birkenzweigen ausgeputzt, der Boden mit Wachholder bestreut.
Ein Eisschrank, ein Waschtisch und ein Aufwaschtisch. Eine große, altertümliche Schlaguhr über der Thüre und ein Sprachrohr auf der linken Seite derselben.
Christine steht links am Herd und bratet etwas in einer Pfanne; sie hat ein helles Kattunkleid an und eine Küchenschürze um. Jean kommt durch die Glasthür hinein, in Livree; er trägt in der Hand ein paar große Reitstiefel mit Sporen, die er auf einer sichtbaren Stelle hinten auf den Boden stellt.
Jean. Heute Abend ist das Fräulein Julie wieder verrückt, total verrückt!
Christine. So, du bist jetzt hier?
Jean. Ich begleitete den Herrn Grafen zur Station, und als ich auf dem Rückweg an der Scheune vorüberkam, ging ich hinein, um zu tanzen. Fräulein Julie tanzte gerade mit dem Förster; als sie mich aber gewahr wurde, fährt sie gerade auf mich los und fordert mich zum Damenwalzer auf. Und seitdem hat sie in einer Weise getanzt, daß ich nie etwas derartiges gesehen habe. Sie ist einfach verrückt.
Christine. Das ist sie ja immer gewesen, aber niemals so, wie die letzten vierzehn Tage, seitdem die Verlobung aufgehoben wurde.
Jean. Ja, was war das eigentlich für eine Geschichte. Es war doch ein feiner Kerl, wenn er auch nicht reich war. Ach ja! sie haben so viele Launen! Er setzt sich rechts an den Tisch. Es ist in jedem Fall sonderbar von dem Fräulein, daß sie lieber bei den Leuten zu Hause bleiben will, als ihren Vater zu ihren Verwandten begleiten? Nicht?
Christine. Ja, sie fühlt sich wohl gleichsam ein wenig geniert nach der Geschichte mit ihrem Bräutigam.