Jean. Kann schon sein! Aber es war doch in jedem Fall ein tüchtiger Kerl. Weißt du, Christine, wie es kam? Ich sah es mit an, obgleich ich mir nichts merken lassen wollte.
Christine. Wie? Du sahst es mit an?
Jean. Ja, das that ich. Sie waren eines Abends unten im Stallhof, und das Fräulein »tränierte« ihn, wie sie es nannte — weißt du, was sie machte? Sie ließ ihn über die Reitpeitsche springen, wie einen Hund, den man »hop« machen lehrt. Zweimal sprang er hinüber und bekam jedesmal einen Schlag; aber das dritte Mal nahm er ihr die Reitpeitsche aus der Hand, zerbrach sie in tausend Stücke und — ging.
Christine. So kam es? Nein, was du sagst!
Jean. Ja, so kam es! Aber kannst du mir nun nicht etwas Gutes zu essen geben, Christine?
Christine legt aus der Pfanne auf und setzt es Jean vor. Ach, nur ein bißchen Nieren, die ich aus dem Kalbsbraten herausgeschnitten habe!
Jean beriecht das Essen. Ah! Sehr schön, das ist mein größtes Delice! Er befühlt den Teller. Aber du hättest den Teller wärmen können!
Christine. Du bist noch krittlicher, als selbst der Graf, wenn du erst einmal anfängst. Sie zieht ihn liebkosend am Haar.
Jean böse. Au! Du mußt mich nicht so reißen, du weißt ja, wie empfindlich ich bin.
Christine. Na, na, es war ja nur aus Liebe.