Sie begannen davon zu sprechen, dass er bald seine Stellung verlieren werde; sein Chef hatte es nämlich übel aufgenommen, dass er neuen Urlaub verlangt. Er beklagte sich über das Betragen der Kameraden, er fühlte sich von allen verlassen; besonders aber leide er darunter, dass sie seiner müde sei.
Nein, keineswegs, sie liebe ihn noch immer ebenso sehr wie in den glücklichen Tagen, als sie sich eben verlobt! Könne er daran zweifeln?
Nein, aber er habe so viel gelitten, dass er nicht Herr seiner Gedanken sei.
Und er drückte seine glühende Wange an ihre, legte seinen Arm um ihren Leib und bedeckte ihre Augen mit heissen Küssen.
Die Mücken tanzten ihren Hochzeitstanz über der Birke, ohne sich um die Tausende von Jungen zu kümmern, die ihre erlaubte Lust zur Welt bringen würde; im Schilf laichten die Hechte, sorglos Millionen ihrer Brut absetzend; die Schwalben küssten sich am hellen Tage, auf ihrem Flug durchaus nicht ängstlich vor den Folgen solcher unregelmässiger Liebesverbindungen.
Auf ein Mal sprang er auf und reckte sich, als habe er in einem langen Schlaf schwer geträumt, und atmete in tiefen Zügen die warme Luft ein.
– Was ist dir? flüsterte seine Frau, indem sie tief errötete.
– Ich weiss nicht. Das aber weiss ich, dass ich lebe, das ich wieder atme!
Und strahlend, mit heiterem Gesicht und glänzenden Augen, streckte er seine starken Arme nach ihr aus, hob sie in die Höhe wie ein Kind und drückte einen Kuss auf ihre Stirn. Seine Wadenmuskeln schwollen wie bei einem antiken Gott, der Rumpf richtete sich elastisch wie ein junger Baum, und berauscht von Glück und Lebenskraft, trug er seine liebe Last bis zum Fusssteig, wo er sie niedersetzte.
– Du verhebst dich, Geliebter, sagte sie abwehrend, indem sie sich vergebens aus seinen Armen loszumachen suchte.