– Nun?
– Der Professor habe sie zum Tode verurteilt, wenn sie in der Stadt bleibe.
Der Advokat geriet ausser sich. Da er aber nicht verbergen konnte, dass er hauptsächlich deshalb ausser sich war, weil er seine Praxis aufgeben musste, erhielt sie einen sicheren Beweis, dass er sich nicht im geringsten um das Leben seiner Frau kümmere.
– Er glaube nicht, dass ihr Leben auf dem Spiel stehe? Verstehe der Professor das nicht besser als er? Wolle er sie sterben lassen?
Das wollte er wirklich nicht, und darum wurde ein Landgut gekauft. Ein Inspektor sollte es verwalten.
Da ein Landrat und ein Amtsvorsteher vorhanden waren, hatte der Advokat keine Beschäftigung. Die Tage wurden ihm endlos lang, und er führte kein angenehmes Dasein. Da seine Einkünfte mit seiner Praxis aufgehört hatten, musste er von den Zinsen seiner Frau leben. Das erste halbe Jahr las er und spielte Fortuna. Im zweiten Halbjahr hörte er mit dem Lesen auf, da er keinen Zweck darin sah. Im dritten fing er an zu sticken.
Aber seine Frau warf sich sofort auf die Landwirtschaft, ging selber mit bis zu den Knien gerafften Röcken in den Stall, kam schmutzig ins Haus, roch nach der Kuh. Sie fühlte sich wohl und kommandierte die Leute herum, das es eine Lust war, denn sie war auf dem Lande aufgewachsen und verstand sich darauf.
Als sich ihr Mann über Beschäftigungslosigkeit beklagte, antwortete sie:
– Such dir doch etwas. In einem Hause braucht man nicht beschäftigungslos zu sein.
Er wollte mit der Tätigkeit ausser dem Hause kommen, aber er hütete sich.