– Wann, wann wird der Tag kommen, an dem die Frau ihr Vermögen selbst verwaltet und nicht mehr wie eine Bettlerin zu ihrem Mann zu kommen braucht?
– Wenn sie selber arbeitet. Ein Mann, dein Vater, hat dein Vermögen erarbeitet. Männer sind es, die alles Vermögen erarbeitet haben; darum, siehst du, ist es gerecht gewesen, dass die Schwester weniger erbt als der Bruder, zumal der Bruder mit der Pflicht, eine Frau zu ernähren, geboren wird, während die Schwester keinen Mann zu ernähren braucht. Verstehst du?
– Das ist also Gerechtigkeit: ungleich teilen! Ist es gerecht, ungleich zu teilen? Kannst du das bei deinem guten Kopf wirklich behaupten? Soll man nicht immer in gleiche Teile teilen?
– Nein, nicht immer. Man soll verhältnismässig oder nach Verdienst teilen. Der Faule, der im Gras liegt und zusieht, wie der Maurer baut, soll weniger haben als der Maurer.
– So, du sagst, ich sei faul!
– Hm! Es ist am besten, nichts zu sagen. Als ich aber auf dem Sofa lag und las, hieltst du mich für sehr faul, und ich will mich erinnern, dass du auch etwas ähnliches gesagt hast und zwar recht deutlich.
– Was soll ich denn tun?
– Geh mit den Kindern spazieren!
– Ich passe nicht für Kinder.
– Aber ich musste passen. Hör mal: eine Frau, die sagt, sie passe nicht für Kinder, ist keine Frau. Ein Mann ist sie auch nicht! Was ist sie denn?