– Nein, Liebster, warte ein wenig!

Und dann deckt er selber. Als das Frühstück kommt, tischt er es auf ihren neuen Tellern auf. Und dann legt er die Servietten kunstgerecht zusammen. Und dann wischt er die Weingläser aus. Und dann stellt er das Brautbukett in ein Glas vor ihr Kuvert.

Als sie schliesslich in ihrem gestickten Morgenrock aus dem Schlafzimmer tritt, und die Sonne sie blendet, bekommt sie einen kleinen Ohnmachtsanfall, nur einen kleinen: er muss sie in den Sessel vorm Frühstückstisch setzen. Und sie muss einen kleinen Kümmelschnaps aus einem Likörgläschen trinken und dann ein Kaviarbrötchen essen.

– Oh, wie nett! Man kann ja machen, was man will, wenn man verheiratet ist! Was würde Mama sagen, wenn sie ihre Luise trinken sähe.

Und er tischt ihr auf und bedient sie, ganz als wäre sie noch seine Braut. Welches Frühstück nach einer solchen Nacht! Und niemand hat ein Recht, „etwas zu sagen“. Und es ist schön und gut, und man amüsiert sich mit dem allerschönsten Gewissen, und das ist das Beste von allem. Er hat wohl schon solch ein Frühstück genossen, aber welch ein himmelweiter Unterschied! Unruhe, Unlust hatte er damals empfunden: er wollte nicht mehr daran denken! Und als er nach den Austern ein Glas echten schwedischen Porter trinkt, kann er alle Junggesellen nicht genug verachten.

– Wie dumm die Menschen sind, die sich nicht verheiraten! Solche Egoisten! Man müsste sie besteuern wie Hunde!

Aber seine Frau wagt einzuwenden, so freundlich und bescheiden wie möglich:

– Es ist doch wohl schade um die armen Männer, dass sie nicht alle die Mittel haben, sich zu verheiraten, denn hätten sie die Mittel, würden sich wohl alle verheiraten!

Der Assistent fühlt einen Stich im Herzen und einen Augenblick wird ihm bange, als sei er zu übermütig gewesen. Sein ganzes Glück ruhte ja auf einer wirtschaftlichen Frage, und wenn, wenn ... Pah! Ein Glas Burgunder! Jetzt sollte gearbeitet werden! Sie würden schon sehen!

Und dann kommt ein gebratenes Birkhuhn mit Preiselbeeren und Gurken. Die junge Frau wird etwas bestürzt, aber es ist ja so nett.