– Aber du musst nicht böse werden!
– Böse? Ich! Gott bewahre! Es ist wohl das Haushaltungsgeld?
– Ja! Der Kaufmann ist nicht bezahlt! Der Schlächter drängt, der Mietskutscher läuft einem ins Haus; mit einem Wort, es ist peinlich!
– Weiter nichts? Sie werden morgen jeden Schilling bekommen! Wie unverschämt, wegen solcher Kleinigkeiten zu drängen! Sie werden morgen jeden Schilling erhalten, aber einen Kunden verlieren. Jetzt wollen wir aber nicht mehr von dieser Sache sprechen. Sondern spazieren gehen. Kein Wagen! Wir fahren mit der Strassenbahn nach dem Tiergarten und erfrischen uns ein wenig.
Und sie fuhren in den Tiergarten. Als sie ins Restaurant gingen und ein besonderes Zimmer nahmen, flüsterten die jungen Herren im grossen Saal.
– Man glaubt, wir seien auf Abenteuer aus. Wie lustig! Wie verrückt.
Seiner Frau aber war es nicht angenehm.
Und nachher die Rechnung!
– Wenn wir zu Hause geblieben wären, was hätten wir für das Geld nicht alles haben können!
Monate vergehen! Die Zeit nähert sich! Eine Wiege muss angeschafft werden und Kinderkleider. Und es muss so vieles angeschafft werden! Herr Ludwig ist den ganzen Tag in Geschäften unterwegs. Aber das Getreide ist gestiegen. Die harten Zeiten kommen! Keine Übersetzung, keine Korrektur. Die Menschen sind Materialisten geworden. Sie lesen keine Bücher mehr, sondern kaufen Essen für ihr Geld. In welch prosaischer Zeit man lebt! Die Ideale verschwinden aus dem Leben und die Schneehühner werden nicht unter zwei Kronen das Paar verkauft. Die Mietskutscher wollen Assistenten nicht mehr umsonst nach dem Tiergarten fahren, denn sie haben auch Weib und Kind; und sogar der Kaufmann will sich seine Waren bezahlen lassen. O, welche Realisten!