Es war immer etwas Neues, wenn sie sich morgens trafen, und es wurde nie alt.

Abends gingen sie oft zusammen aus und trafen mit Landsleuten zusammen. Und sie wurde nicht geniert von Tabaksrauch, und sie genierte auch selber nicht.

Das sei das Ideal einer Ehe, meinten die andern, ein so glückliches Paar hätten sie noch nicht gesehen.

Aber das Mädchen hatte Eltern, die weit entfernt wohnten. Und die schrieben und fragten unaufhörlich, ob Luise noch nicht guter Hoffnung sei, denn sie sehnten sich nach einem Enkelkind. Luise solle daran denken, dass die Ehe der Kinder und nicht der Eltern wegen da sei. Das hielt Luise für eine altmodische Ansicht. Da fragte die Mama, ob man denn mit den neuen Ideen die Absicht habe, das Menschengeschlecht auszurotten. Daran habe Luise nicht gedacht, und darum kümmere sie sich auch nicht. Sie sei glücklich und ihr Mann auch, und jetzt habe die Welt endlich eine glückliche Ehe gesehen, und darum sei die Welt neidisch.

Aber angenehm lebten sie. Keiner war der Herr des andern, und zur Kasse schossen sie zusammen. Das eine Mal verdiente er mehr, das andere Mal sie, aber das wurde unter einander ausgeglichen.

Und wenn sie Geburtstag hatten! Da erwachte sie davon, dass die Aufwartefrau hereinkam mit einem Blumenstrauss und einem Briefchen, auf das Blumen gemalt waren und in dem zu lesen stand:

– Der Frau Blumenknospe gratuliert ihr Anstreicher und ladet sie zu einem feinen kleinen Frühstück ein – und zwar sofort!

Und dann klopfte es an seine Tür und dann – herein! Und sie assen Frühstück auf dem Bett, auf seinem Bett; und die Aufwartefrau arbeitete dann den ganzen Vormittag. Es war entzückend.

Und nie ward es etwas Altes. Denn es dauerte zwei Jahre. Und alle Weissager weissagten falsch.

So müsste die Ehe sein!