Da kam der grüne Jäger von der Forstakademie, und sie heirateten sich. Aber Kinder wollten sie nicht haben. Es sollte eine geistige Ehe von der rechten Art werden, und die Welt sollte sehen, dass die Frau auch ein seelisches Wesen und kein Weibchen sei.
Die beiden Gatten trafen sich mittags und nachts, und es war eine wirkliche Ehe, die Verbindung zweier Seelen, und allerdings auch die zweier Körper, aber davon sprach man natürlich nicht.
Eines Tages kam die Frau nach Hause und erzählte, die Dienstzeit sei geändert. Ein neuer Nachtzug nach Malmö sei vom Reichstag beschlossen worden, und sie habe künftig zwischen sechs und neun Uhr abends Dienst. Das war ein Strich durch die Rechnung. Denn er konnte nicht vor sechs Uhr nach Haus kommen. Unmöglich!
Jetzt musste jedes allein zu Mittag essen, und sie trafen sich nur nachts. Er fand das etwas wenig. Und dann die langen Abende.
Er kam und holte sie ab. Es war ihm aber nicht angenehm, in der Gepäckexpedition auf einem Stuhl zu sitzen und von den Trägern gestossen zu werden. Er war immer im Wege. Und wenn er mit ihr, die mit der Feder hinterm Ohr dasass, plaudern wollte, konnte sie ihm das Wort abschneiden:
– Bitte, sei doch so lange still!
Dann wandten die Leute sich ab, und er konnte an ihren Rücken sehen, dass sie grinsten.
Zuweilen wurde er von einem Buchhalter mit diesen Worten angemeldet:
– Ihr Mann wartet auf Sie, Frau X.
„Ihr Mann“, das klang so geringschätzig.