Was ihn aber am meisten reizte, war, dass sie zum Nebenmann am Pult einen jungen Laffen hatte, der ihr direkt in die Augen guckte und sich oft, um ins Hauptbuch zu sehen, so über ihre Schulter beugte, dass sein Kinn fast auf ihrer Brust lag! Und die beiden sprachen von Fakturen und Zertifikaten; von Dingen, die alles mögliche bedeuten konnten, denn er verstand sie nicht. Und sie kollationierten zusammen und schienen vertrauter mit einander zu sein, als Mann und Frau waren. Und das war sehr natürlich, denn sie war mehr mit dem fröhlichen Laffen zusammen als mit ihrem Mann. Er begann zu denken, es sei doch keine rechte geistige Ehe; damit sie das sei, hätte er auch bei der Gepäckabteilung sein müssen. Jetzt aber war er bei der Forstakademie.

Eines Tages, oder richtiger eines Nachts, verkündete sie, sie müsse am nächsten Sonnabend die Versammlung der Eisenbahner besuchen, die mit einem gemeinsamen Schmaus beschlossen würde. Der Mann nahm die Mitteilung etwas verlegen auf.

– Du willst dahin gehen? war er naiv genug zu fragen.

– Welche Frage?

– Aber du bist die einzige Frau unter so vielen Männern, und wenn Männer getrunken haben, werden sie roh!

– Besuchst du denn nicht Forsttage ohne mich?

– Allerdings, aber nicht als einziger Mann unter Frauen!

– Männer und Frauen seien doch gleich, und sie sei erstaunt, dass er, der doch immer die Befreiung des Weibes gepredigt, etwas dagegen habe, dass sie die Sitzung besuche!

– Er räume ein, es seien alte Vorurteile, die bei ihm noch festsässen; er räume ein, sie habe recht und er habe unrecht, aber er bitte sie, nicht hinzugehen: es sei ihm nun einmal unangenehm! Er könne nicht davon loskommen!

– Das sei inkonsequent von ihm!