Sie habe sich bestimmt an einem Gepäckstück im Magazin verhoben. Sie sei so eifrig und könne es nicht leiden, wie die Gepäckträger dastehen und auf sich warten lassen. Sie müsse immer selber mit anfassen. Es sei sicher ein Bruch.

Es sei etwas Hartes zu fühlen, sagte die Hebamme.

Es war so weit! Wie böse sie wurde! Böse auf ihn, denn es sei bestimmt nur Bosheit von ihm! Wie werde es ihr jetzt ergehen, mit ihrer Zukunft. Sie müssten das Kind in ein Findelhaus geben. So habe es Rousseau getan. Sonst sei der ja ein Dummkopf, aber in diesem Punkt habe er recht.

Und so viel Launen! Der Jäger musste augenblicklich seine Botanik im Mädchenpensionat aufgeben!

Aber das Schlimmste: sie konnte nicht mehr ins Magazin gehen. Sie musste im Kontor sitzen und buchen. Und das Allerschlimmste: sie erhielt einen Gehilfen, dessen geheime Aufgabe es war, sie zu vertreten, wenn sie zu Haus bleiben musste.

Und die Kollegen waren nicht mehr wie früher. Und die Leute grinsten. Sie hätte sich vor Scham verstecken mögen. Lieber sich in ihrer Häuslichkeit verkriechen und das Essen kochen als hier wie ein Spektakel sitzen. O welche Abgründe von Vorurteilen in den falschen Herzen der Männer verborgen liegen.

Für den letzten Monat nahm sie Urlaub. Sie vermochte nicht mehr vier Male am Tage den Weg zu machen. Und dann wurde sie hungrig mitten am Vormittag und musste Butterbrote holen lassen. Und oft war sie krank und musste eine Pause machen. Was für ein Leben! Was für ein klägliches Los der Frau zugefallen war!

Und dann kam das Kind!

– Wollen wirs ins Findelhaus schicken? sagte der Jäger.

– Oh, er habe wohl kein Herz?