Das war seine böse Ahnung! Der Kapitän war ganz ausser sich und konnte nicht verstehen, was über seine Frau gekommen sei! Das war ja schlimmer als Muckertum!

Er riss das Kreuzband auf und las auf dem Umschlag eines gehefteten Buchs: Et Dukkehjem af Henrik Ibsen. Ein Puppenheim? Ja! Nun und? Seine Häuslichkeit war ein feines Puppenhaus gewesen, und sein Frauchen war seine kleine Puppe und er war ihre grosse Puppe gewesen. Sie waren dahingetanzt über die harte Strasse des Lebens, und sie waren glücklich gewesen! Was fehlte ihnen denn? Was war für ein Unrecht begangen worden? Er musste nachlesen, da das ja in diesem Buch stehen sollte.

In drei Stunden hatte ers gelesen! Aber sein Verstand stand still. Was hatten er und seine Frau damit zu tun? Hatten sie Wechsel gefälscht? Nein! Hatten sie einander nicht geliebt? Doch!

Er schloss sich in der Kajüte ein und las das Buch noch ein Mal; und er unterstrich mit blau und rot, und als es Morgen wurde, setzte er sich hin und schrieb an seine Frau:

Ein wohlgemeinter kleiner Ablativus über das Stück „Ein Puppenheim“, vom alten Pall an Bord der Vanadis im Atlantischen Ozean vor Bordeaux (B. 45°, L. 16°) zusammengeschrieben.

§ 1. Sie verheiratete sich mit ihm, weil er sie liebte, und da tat sie verdammt recht. Denn hätte sie auf den gewartet, den sie liebte, so hätte der Fall eintreten können, dass er sie nicht liebte, und dann hätte sie den Teufel in einer Rüstkausch gehabt. Dass nämlich beide ganz verliebt in einander sind, trifft äusserst selten ein.

§ 2. Sie fälscht einen Wechsel. Das war dumm von ihr; aber sie darf nicht sagen, dass es nur des Mannes wegen geschah, denn sie hat ihn ja nie geliebt; wenn sie sagte, es sei für beide und für die Kinder geschehen, dann würde sie die Wahrheit sprechen! Ist das klar?

§ 3. Dass er sie nach dem Ball liebkosen will, beweist nur, dass er sie liebt, und das ist kein Fehler bei ihm; nur dass es auf dem Theater gezeigt wird, ist ein Fehler. Il y a des choses qui se font, mais qui ne se disent point, sagt ein Franzose, glaube ich. Übrigens hätte der Dichter, wenn er gerecht gewesen wäre, auch einen entgegengesetzten Fall gezeigt: la petite chienne veut, mais le grand chien ne veut pas, sagt Ollendorf. (Vergleiche die Barkasse von Dalarö.)

§ 4. Dass sie, als sie entdeckt, dass der Mann ein Ochse ist, denn das ist er, als er ihr verzeihen will, weil ihr Streich nicht ruchbar geworden, ihre Kinder verlassen will, „weil sie nicht würdig sei, sie zu erziehen“, ist eine nicht sehr scharfsinnige Koketterie. Wenn sie eine Kuh war (denn auf dem Seminar lernt man doch nicht, dass es erlaubt ist, Wechsel zu fälschen) und er ein Ochse, so müssten sie ein gutes Gespann abgeben. Am allerwenigsten dürfte sie die Erziehung ihrer Kinder einem Vater überlassen, den sie verachtet.

§ 5. Nora hat also viel eher Grund, bei den Kindern zu bleiben, wenn sie sieht, was für ein Rindvieh der Mann ist.