– Ach, man schreibt so viel dummes Zeug, sagte der Arzt und legte den Deckel auf die Grogkanne. Schliesslich entscheidet doch die Wissenschaft die grossen Fragen! Die Wissenschaft!
Als der Kapitän, nachdem er sechs Monate fort gewesen und einen nicht sehr angenehmen Briefwechsel mit seiner Frau geführt (sie hatte seine Kritik scharf mitgenommen), schliesslich in Dalarö ans Land stieg, wurde er von seiner Frau, allen Kindern, zwei Mägden und Ottilie empfangen. Seine Frau war zärtlich, aber nicht herzlich. Sie reichte ihm ihre Stirn zum Kuss. Ottilie war lang wie ein Stag und hatte sich das Haar abgeschnitten: im Nacken sah sie aus wie ein Schwabber. Das Souper war langweilig und es gab nur Tee. Die Barkasse wurde mit Kindern gestaut, und der Kapitän bekam eine Bodenkammer. O wie anders war das als früher! Der alte Pall sah alt aus, und verdutzt war er auch.
– Das ist ja die reine Hölle, dachte er, verheiratet zu sein und keine Frau zu haben!
Am nächsten Morgen wollte er mit seiner Frau segeln. Aber Ottilie vertrug die See nicht. Sie hatte eine schlechte Dampferfahrt hinter sich. Und übrigens sei es Sonntag. Sonntag? Da haben wirs! Aber sie wollten statt dessen spazieren gehen. Sie hätten wohl viel mit einander zu besprechen! Ja freilich, sie hatten sich viel zu sagen. Aber Ottilie sollte nicht dabei sein!
Sie gingen Arm in Arm aus. Aber sie sprachen nicht viel; und was gesagt wurde, waren mehr Worte, um die Gedanken zu verbergen, als durch Worte ausgedrückte Gedanken.
Sie kamen an dem kleinen Cholerakirchhof vorbei und schlugen den Weg nach dem Schweizer Tal ein. Eine schwache Brise rauschte in den Fichten, und durch die dunkeln Zweige leuchtete das blaue Meer.
Sie setzte sich auf einen Stein. Er setzte sich ihr zu Füssen. Jetzt geht es los, dachte er. Und es ging los.
– Hast du über unsere Ehe nachgedacht, begann sie.
– Nein, sagte er, als habe er seine Parade schon ausgedacht, ich habe sie nur empfunden! Ich glaube nämlich, die Liebe ist Gefühlssache: man segelt auf Landkennung und läuft in den Hafen; greift man aber zu Kompass und Karte, so stösst man auf Grund.
– Ja, aber unsere Ehe ist nichts anderes gewesen als ein Puppenheim.