—Nicht schlafen, Papa!

Müde, erschöpft, begreife ich nicht, warum ich diesem Kinde gehorche; aber in ihrer Stimme ist ein Tonfall, dem ich nicht widerstehen kann.

Da beginnt draussen vor der Tür ein Drehorgelspieler einen Walzer. Ich schlage der Kleinen vor, mit dem Kindermädchen, das sie begleitet hat, zu tanzen.

Durch die Musik angelockt, kommen die Kinder des Nachbarn herbei; in meinem Flur wird ein Ball improvisiert, nachdem man den Spielmann in die Küche hat kommen lassen.

Das dauert eine Stunde, und meine Traurigkeit schwindet.

Um mich zu zerstreuen und meine Schlaflust zu besänftigen, greife ich zur Bibel, die mir als Orakel dient, und öffne sie aufs Geradewohl; und ich lese:

"Der Geist aber des Herrn wich von Saul, und ein böser Geist vom Herrn machte ihn sehr unruhig. Da sprachen die Knechte Sauls zu ihm: Siehe, ein böser Geist von Gott macht dich sehr unruhig; unser Herr sage seinen Knechten, die vor ihm stehen, dass sie einen Mann suchen, der auf der Harfe wohl spielen könne, auf dass, wenn der böse Geist Gottes über dich kommt, er mit seiner Hand spiele, das es besser mit dir werde."

Der böse Geist, das ist es eben, was ich argwöhnte.

Während die Kinder sich so belustigen, kommt meine Mutter, um die Kleine zu suchen; als sie den Ball sieht, bleibt sie erstaunt stehen.

Sie erzählt mir, dass gerade zu dieser Stunde unten im Dorfe eine Dame aus bester Familie einen Anfall von Wahnsinn gehabt hat.