—Was ist ihr denn?

—Sie tanzt, diese alte Frau, sie tanzt, ohne zu ermüden im Brautkleid, und sie bildet sich ein, Bürgers Leonore zu sein.

—Sie tanzt? Und dann?

—Weint sie, aus Furcht vor dem Tod, der sie holen will.

Was die Sache noch furchtbarer macht, ist, dass die Dame das Häuschen, in dem ich jetzt hause, bewohnt hat und dass ihr Gatte dort gestorben ist, wo der Ball der Kinder vor sich geht.

Erklärt mir das Mediziner, Psychiater, Psychologen, oder räumt ein, dass die Wissenschaft bankrott ist!

Mein Töchterchen hat den Bösen beschworen, und der von der Unschuld in die Flucht gejagte Geist ist über die alte Frau hergefallen, die sich rühmte, eine Freidenkerin zu sein.

Der Totentanz dauert die ganze Nacht, und die Dame wird von Freundinnen gehütet, die sie gegen die Angriffe des Todes schützen. Sie nennt es Tod, weil sie das Dasein von Dämonen leugnet. Zuweilen behauptet sie, ihr verstorbener Mann quäle sie.

Meine Abreise ist aufgeschoben; um aber nach so vielen schlaflosen Nächten wieder zu Kräften zu kommen, gehe ich zum Schlafen in die Wohnung meiner Tante, die auf der andern Seite der Strasse liegt.

Ich verlasse also das rosa Zimmer. (Welches eigentümliche Zusammentreffen, dass die Marterkammer in Stockholm in der guten alten Zeit auch "Rosenkammer" hiess.)