Beten! Wie? Sich das Recht anmassen, Wille und Urteil des Ewigen durch Schmeichelei und Kriecherei zu beeinflussen!

Gott suchen und den Teufel finden! Das ist mir geschehen.

Ich habe Busse getan, ich habe mich gebessert, und sobald ich meine Seele wieder besohlen will, muss ich einen neuen Rüster haben; setz neue Hacken an, und das Oberleder platzt. Zu Ende kommt man nicht.

Ich höre auf zu trinken und komme gegen neun Uhr abends nüchtern nach Haus, um ein Glas Milch zu nehmen. Das Zimmer ist von Dämonen erfüllt, die mich aus dem Bett reissen und unter der Decke ersticken. Wenn ich aber gegen Mitternacht berauscht nach Haus komme, schlafe ich ein wie ein Engel und erwache stark wie ein junger Gott, bereit wie ein Galeerensträfling zu arbeiten.

Ich meide Frauen, und ungesunde Träume beunruhigen meine Nächte.

Ich gewöhne mich, nur Gutes von meinen Freunden zu denken, ich vertraue ihnen meine Geheimnisse und mein Geld an: Alsbald werde ich verraten. Lehne ich mich gegen eine Treulosigkeit auf, so bin ich es immer, der bestraft wird.

Ich versuche die Menschen im allgemeinen zu lieben; ich mache mich blind gegen ihre Fehler, und mit einer Langmut ohne Grenzen lasse ich ihre Gemeinheiten und Verleumdungen durchgehen; eines Tages finde ich, dass ich ihr Mitschuldiger werde. Wenn ich mich von einer Gesellschaft, die ich für schlecht halte, zurückziehe werde ich alsbald von den Dämonen der Einsamkeit angefallen, und suche ich bessere Freunde, finde ich die schlimmsten.

Wenn ich die bösen Leidenschaften besiegt habe und durch Enthaltsamkeit zu einem gewissen Frieden des Herzens gelangt bin, empfinde ich eine Selbstzufriedenheit, die mich über meinen Nächsten erhebt; und das ist eine Todsünde, die Eigenliebe, die auf der Stelle bestraft wird.

Wie die Tatsache erklären, dass jede Lehrzeit in der Tugend ein neues Laster zur Folge hat.

Swedenborg löst die Frage, indem er sagt die Laster seien Strafen, die den Menschen für Sünden höherer Art auferlegt werden. So werden zum Beispiel die Ehrgeizigen zur sodomitischen Hölle verdammt. Geben wir zu, dass diese Lehre die Wahrheit enthält, so müssen wir unsere Laster ertragen und uns über die Gewissensqual, die sie begleitet, freuen, als bezahlten wir unsere Schulden am Schalter der grossen Kasse. Die Tugend suchen, bedeutet also, aus dem Gefängnis der Strafen zu entrinnen suchen.