Dann aber sinken Nacht, Stille, Einsamkeit herab, und der Hochmut vergeht, das Herz klopft, die Brust zieht sich zusammen! Dann springt man zum Fenster hinaus, kniet in der Dornenhecke nieder, sucht den Arzt auf und bittet einen Kameraden, im selben Zimmer zu schlafen!
Tretet nachts wieder in euer Zimmer, und ihr werdet dort jemand finden; ihr seht ihn nicht, aber ihr fühlt deutlich dessen Anwesenheit. Geht in die Irrenanstalt und fragt den Irrenarzt, und er wird von Nervenschwäche, Verrücktheit, Brustbeklemmung und dergleichen sprechen, aber er wird euch niemals heilen!
Wohin könnt ihr also gehen, ihr alle, die ihr an Schlaflosigkeit leidet und die Strassen durchwandert, bis die Sonne wieder aufgeht?
Weltmühle, Gottes Mühle sind sprüchwörtlich geworden. Habt ihr dieses Sausen in den Ohren gehört, das dem Geräusch einer Wassermühle gleicht? Habt ihr in der Einsamkeit, bei Nacht oder selbst am hellen Tage, beobachtet, wie die Erinnerungen des vergangenen Lebens wieder auferstehen, eine nach der andern? Alle Verstösse, alle Vergehen, alle Dummheiten treiben euch das Blut bis in die Ohren, pressen euch den Schweiss bis in die Haare, jagen euch den Schauder bis in den Rücken. Ihr lebt das gelebte Leben noch einmal, von der Geburt bist auf den heutigen Tag, ihr leidet noch einmal alle erlittenen Leiden, ihr leert noch einmal all die bitteren Kelche, die ihr so oft geleert habt; ihr kreuzigt euer Skelett, weil kein Fleisch mehr zu töten ist; ihr verbrennt die Seele, weil euer Herz schon verbraucht ist.
Ihr kennt das!
Das ist die Mühle des Herrn, die langsam mahlt, aber fein und schwarz. Ihr seid in Staub aufgelöst, und ihr glaubt, es sei aus mit euch. Aber nein, es beginnt von neuem und ihr müsst die Mühe noch einmal durchgehen! Das ist die Hölle hier auf Erden; die ist von Luther erkannt worden, der es als eine besondere Gnade schätzt, auf dieser Seite der Feuerhimmel zermahlen zu werden.
Seid glücklich und dankbar!
Was ist zu machen? Sich demütigen?
Aber wenn ihr euch vor den Menschen demütigt, so weckt ihr deren Hochmut, weil sie glauben werden, sie seien besser als ihr, wie gross auch ihre Ruchlosigkeit ist.
Also vor Gott sich demütigen! Aber es ist eine Beleidigung, den Höchsten zu einem Plantagenbesitzer zu erniedrigen, der über Sklaven herrscht!