—Oh, es ist eine Frau, die den Krebs hat und nichts besseres verlangt, als sterben zu dürfen.—Man kann verrückt werden von dem all dem! Und wenn ich meine Tage nicht im Irrenhaus beschliesse, wäre es wunderbar!
Es ist nur ein sehr kurzes Sofa da, und als ich den hochgewachsenen Mann auf einem solchen Ding und zwei daneben gestellten Stühlen ausgestreckt sehe, ist mir, als sähe ich einen Galeerensträfling auf der Folterbank.
Aus seiner hübschen Wohnung und seinem bequemen Bett verjagt, des einfachen Genusses, sich auskleiden zu dürfen, beraubt, flösst er mir Mitleid ein, und ich biete ihm als Zeichen meiner Dankbarkeit mein Bett an. Aber er sagt nein dazu.
Die Lampe muss angezündet sein, er will es, und der Schein fällt dem Unglücklichen gerade ins Angesicht. Ihm ist bange vor dem Dunkel, und ich verspreche ihm, als Nachtwache aufzubleiben.
—Es leidet keinen Zweifel! Es ist eine kranke Frau, aber merkwürdig ist es jedenfalls.
So liegt er und murmelt, bis der Schlaf sich seiner erbarmt!
Ganze zwei Wochen lang musste er nachts auf fremden Sofas Ruhe suchen.
—Das ist ja die Hölle selbst! ruft er aus.
—Ganz mein Gedanke! gebe ich zur Antwort.
Und ein anderes Mal, als sich die "weisse Frau" in der Nacht gezeigt hat, stellt er selbst die Möglichkeit auf, es könne eine Strafe sein. Meiner Rolle getreu, beschränke ich mich auf ein skeptisches Schweigen. Ich will übergehen die Begebenheiten mit dem schreienden Mädchen, die Dazwischenkunft des Polizeiagenten, der als alter Mitschuldiger in einer berüchtigten Sache erkannt wurde; ich verweile auch nicht bei dem Auftreten des Butterhändlers und seiner Tochter, sondern setze ein mit der Erzählung von der Madonna und der Vision, die man auf telepatischem Wege von einer Person in dem Augenblick hatte, als sie starb. Sie ist ganz kurz.