—So! äusserte ich erleichtert, wie nach einem überstandenen Schmerz, ich bin ja bei Herrn F. (so hiess der Weinhändler).

Das Gesicht des Offiziers hatte sich vor Schreck zusammengezogen und er weinte.

—Was, Sie weinen? sagte ich zu ihm.

—Das war unheimlich, antwortete er.

—Was denn?...

Wenn ich diese Geschichte andern Personen erzählt habe, hat man eingewendet, es sei eine Ohnmacht oder ein Rausch gewesen, zwei Worte, die nicht viel sagen und nichts erklären.

Erstens und vor allem wird eine Ohnmacht von dem Verlust des Bewusstseins begleitet, ebenso der Rausch; zweitens von einer Muskellähmung; was hier nicht der Fall war, da ich auf meinem Stuhl sitzen blieb und bewusst über meine partielle Unbewusstheit sprach.

Zu diesem Zeitpunkt kannte ich weder die Erscheinung noch den Ausdruck: Exteriorisation des Empfindungsvermögens. (A. de Rochas, l'Extériorisation de la sensibilité. Paris, Chamuel.) Jetzt da ich sie kenne, bin ich überzeugt, dass die Seele die Fähigkeit besitzt, sich auszudehnen; dass sie sich während des gewöhnlichen Schlafes sehr ausdehnt, um zum Schluss, im Tode, den Körper zu verlassen, keineswegs ausgelöscht zu werden.

Vor einigen Tagen, als ich ein Trottoir hinunterging, sah ich, wie ein Gastwirt vor seiner Tür mit einem Scherenschleifer, der auf der Strasse hielt, laute und böse Worte wechselte. Es war mir unangenehm, die Linie zu durchschneiden, die diese beiden Individuen verband, aber es war nicht zu vermeiden; und ich versichere, dass ich ein starkes Unbehagen empfand, als ich den Raum zwischen den beiden zankenden Männern überschritt. Es war, als zerrisse ich ein zwischen ihnen ausgespanntes Seil, oder vielmehr ginge über eine Strasse, die man von beiden Seiten mit Wasser bespritzt.

Das Band, das Freunde, Verwandte und in höchstem Grad Gatten aneinander bindet, ist ein wirkliches Band, und zwar von einer greifbaren Wirklichkeit.