Und die höllischen Qualen, die Mozart so gut schildert, da er Gewissensbisse dieser Art gekannt haben dürfte, denn der Mann einer Frau, die er verführt hatte, beging seinetwegen Selbstmord,—die höllischen Qualen werden aufgerollt in jammererfüllten Tonfolgen wie eine schneidende Neuralgie. Das Lachen verstummt, die Spötteleien hören auf, und als das Stück zu Ende ist, herrscht ein ängstliches Schweigen.
—Nein, Prosit!
Man stösst an! Aber die Munterkeit ist fort, die olympische Stimmung ist erloschen, denn die Nacht ist im Anzuge, und die grauenhaften chromatischen Tonfolgen hallen wider gleich unermesslichen Wogen, die steigen und fallen
und das Menschenwrack hinauf in die Luft schleudern, um es im nächsten Augenblick zu ertränken.
Während die Abkömmlinge der Götter vergebliche Anstrengungen machen, eine ihrer hohen Geburt entsprechende Art anzunehmen, ist die Nacht hereingebrochen und das Restaurant wird geschlossen. Man muss aufbrechen und gehen ein jeder nach seinem einsamen Bett. Als man an der Domkirche vorbeiging, die in die Schatten der Nacht eingehüllt war, brach ein Blitz hervor und warf einen weissen Schein au die Fassade, wo Heilige und Verdammte vor dem Throne des Lammes knien.
—Was war das?
Denn es war kein Gewitter!
Man schauerte zusammen und blieb stehen.
Es war der Momentphotograph, der in seinem Laden bei Magnesiumblitzen arbeitete.