—Ich habe "L'Imitation"! antwortete ich. Er sah mich an, und ich nahm, etwas verlegen, da ich eben desertiert war meine Uhr hervor, um mich mit etwas zu beschäftigen zu können. Im selben Augenblick fiel die Medaille von Sacré-Coeur mit dem Christusbild von der Kette. Ich wurde noch verlegener, sagte aber nichts.

Wir standen bald auf und gingen nach einem Café beim Châtelet, um ein Glas Bier zu trinken. Der Saal ist geräumig, und wir nahmen an einem Tisch, der Tür gegenüber, Platz. Dort sassen wir eine Weile, und das Gespräch drehte sich um Christus und seine Bedeutung.

—Er hat sicher nicht für uns gelitten, sagte ich, denn hätte er das, würden sich unsere Leiden ja vermindert haben. Aber das haben sie nicht getan, sondern sind noch ebenso intensiv.

Jetzt macht ein Kellner Lärm, und mit einem Besen und Sägespänen fängt er an den Boden zwischen uns und der Tür zu fegen, wo kein Mensch hingetreten hat, seit wir gekommen sind. Auf dem weissen Parkettboden sieht man einen Kranz von roten Tropfen; und während der Kellner kehrt, murmelt er und betrachtet uns mit scheelen Augen als die Schuldigen. Ich frage meinen Begleiter, was es ist.

—Es ist etwas Rotes.

—Dann haben wir es getan, denn niemand hat den Platz nach uns betreten, und als wir eintraten, war er rein.

—Nein, antwortete der Kamerad, wir haben es nicht getan, denn es ist keine Fussspur, sondern als habe jemand geblutet; und wir bluten ja nicht.

Das war unheimlich, und auch unangenehm, weil unsere Personen sich die Aufmerksamkeit der andern Gäste auf unangenehme störende Weise zuzogen.

Der Poet las meine Gedanken, doch er hatte nicht das Abenteuer mit der Medaille gesehen. Deshalb, und um mein Herz zu erleichtern, schloss ich:

—Christus verfolgt mich.