In der Sache Popoffsky zeigt sich ein Umschwung. Sein Freund, der Däne, beginnt die Wahrscheinlichkeit des Verbrechens zu widerlegen, unter dem Vorwand, die Untersuchung habe den Verdacht als falsch erwiesen. Auch unser Artikel ist aufgeschoben, und die alte Kälte tritt wieder ein. Gleichzeitig erscheint auch das Untier von Hund wieder: ein Wink für mich, auf meiner Hut zu sein.
Als ich am Nachmittag an meinem Tisch, der vor dem Fenster steht, schreibe, bricht ein Gewitter aus. Die ersten Regentropfen fallen auf mein Manuskript und besudeln es so, dass die Buchstaben, die das Wort "Alp" bilden, auslaufen und einen Tintenklecks zeichnen, der dem Gesicht eines Riesen gleicht. Ich hebe diese Zeichnung auf; sie ist dem Donnergott der Japaner ähnlich, wie er in Flammarions "Athmosphäre" abgebildet ist.
28. Juni.—Ich habe meine Frau im Traum gesehen; es fehlten ihr die Vorderzähne; sie gab mir eine Guitarre, die den Donaubooten glich.
Derselbe Traum drohte mir mit Gefängnis.
Heute morgen fand ich in der Rue d'Assas ein Stück Papier in den Farben des Regenbogens.
Heute nachmittag zerrieb ich Quecksilber, Zinn, Schwefel, Chlorammonium auf einer Pappe. Als ich die Masse ablöste, behielt die Pappe den Abdruck eines Gesichts, das dem meiner Frau gleich war, wie ich es in der vergangenen Nacht im Traum gesehen hatte.
1. Juli.—Ich erwarte einen Ausbruch, ein Erdbeben, einen Blitzschlag, ohne zu wissen, von welcher Seite. Nervös wie ein Pferd beim Nahen der Wölfe, wittere ich die Gefahr, packe meine Koffer für die Flucht, ohne mich indessen rühren zu können.
Der Russe ist aus Mangel an Beweisen aus dem Gefängnis entlassen: sein Freund, der Däne, ist mein Feind geworden. Die Gesellschaft der Cremerie plagt mich. Das letzte Mittagessen wurde wegen der Hitze im Hof aufgetragen: der Tisch war zwischen dem Müllkasten und den Abtritten aufgestellt. Über dem Müllkasten ist das Bild meines alten Freundes, des Amerikaners, aufgehängt, aus Rache, weil der Künstler auf und davon gegangen ist, ohne zu bezahlen, was er schuldig war. Neben dem Tisch haben die Russen eine Statuette aufgestellt: einen Krieger, der mit der traditionellen Sense bewaffnet ist. Um mir Furcht zu machen! Ein junger Bursche des Hauses geht hinter meinem Rücken in der deutlichen Absicht mich zu ärgern, auf den Abtritt. Der Hof, eng wie ein Schacht, erlaubt der Sonne nicht, die hohen Wände zu überschreiten. Die fast in allen Etagen wohnenden Kokotten haben ihre Fenster geöffnet und lassen einen Hagel von Zoten auf unsere Köpfe niederprasseln; die Hausmädchen kommen mit den Mülleimern und leeren sie in den Müllkasten.—Das ist die Hölle! Und meine beiden Nachbarn, notorische Päderasten, unterhalten ein widerwärtiges Gespräch, um mit mir Händel zu suchen.
Warum bin ich hier? Die Einsamkeit zwingt mich, menschliche Wesen aufzusuchen, menschliche Stimmen zu hören.
Da, als meine seelischen Qualen den höchsten Grad erreichen, entdecke ich einige Stiefmütterchen, die auf einer schmalen Rabatte blühen. Sie schütteln die Köpfchen, als wollten sie mir eine Gefahr anzeigen, und eins von ihnen, mit einem Kindergesicht mit grossen, tiefen, leuchtenden Augen, gibt mir ein Zeichen: