Ich bin vergiftet! Das ist der erste Gedanke, der mir kommt! Und Popoffsky, der Weib und Kind mit giftigen Gasen getötet hat, ist hierhergekommen. Er ist es, der nach dem berühmten Experiment von Pettenkofer einen Gasstrom durch die Wand geleitet hat.

Was ist zu machen? Zur Polizei gehen? Nein! Wenn ich keine Beweise habe, wird man mich als einen Narren einsperren.

Vae soli! Wehe dem einsamen Menschen, dem Sperling auf dem Dache! Niemals war das Elend meines Daseins grösser, und ich weine wie ein verlassenes Kind, das sich im Dunkeln fürchtet.

Abends wage ich aus Furcht vor einem neuen Attentat nicht mehr an meinem Tisch zu bleiben. Ich lege mich zu Bett, ohne dass ich mich getraue einzuschlafen. Es ist Nacht, und die Lampe ist angesteckt. Auf der Mauer, meinem Fenster gegenüber, sehe ich den Schatten einer menschlichen Gestalt sich abzeichnen. Ob Mann oder Weib, ich wüsste es nicht zu sagen, aber der Eindruck, der mir geblieben ist, war der eines Weibes.

Als ich aufstehe, um nachzusehen, wird die Gardine mit einem kurzen Geräusch herabgelassen. Dann höre ich den Unbekannten in das Zimmer eintreten, das neben meinem Alkoven liegt, und Stille tritt ein.

Drei Stunden liege ich wach da, ohne den Schlaf zu finden, der sonst nicht auf sich warten lässt.

Da schleicht sich ein beunruhigendes Gefühl durch meinen Körper: ich bin das Opfer eines elektrischen Stroms, der zwischen den beiden benachbarten Zimmern läuft. Die Spannung wächst, und trotzdem ich Widerstand leiste, verlasse ich das Bett, von diesem Gedanken besessen:

—Man tötet mich! Ich will mich nicht töten lassen!

Ich gehe hinaus, um den Diener in seiner Zelle am Ende des Korridors zu suchen. Aber, ach, er ist nicht da. Also entfernt, fortgeschickt, geheimer Mitschuldiger, gekauft.

Ich steige die Treppe hinab und durchschreite den Korridor, um den Pensionsvorsteher zu wecken.