Wer hat es ausgerufen? Niemand, da alle Bewohner des Hauses schlafen. Ein Spiel von Dämonen. Ein poetisches Bild, das vielleicht die ganze Wahrheit enthält.
Ich steige die Treppe hinauf und trete in meine Dachstube: die Lichter sind niedergebrannt, tiefes Schweigen herrscht.
Da läutet das Angelus: es ist der Tag des Herrn.
Ich nehme das römische Gebetbuch und ich lese: De profundis clamavi ad te, Domine! Getröstet, sinke ich auf das Bett wie ein Toter.
Sonntag, den 26. Juli 1896. Ein Zyklon verwüstet den Jardin des Plantes. Die Zeitungen bringen die Einzelheiten, die mich seltsam interessieren; warum, kann ich nicht sagen. Heute soll Andrées Ballon zu seiner Nordpolfahrt aufsteigen; aber die Vorzeichen verkünden Unheil. Der Zyklon hat mehrere Ballons, die an verschiedenen Stellen aufgestiegen sind, zu Boden geschleudert, und mehrere Luftschiffer sind dabei umgekommen. Elisée Reclus hat sich das Bein gebrochen. Gleichzeitig hat sich in Berlin ein Mann namens Pieska auf ungewöhnliche Weise getötet; er schlitzte sich nach Art der Japaner den Bauch auf. Ein blutiges Drama.
Am nächsten Morgen verlasse ich Dieppe. Dieses Mal segne ich das Haus, dessen berechtigte Freuden ich durch meine Qualen verdüstert habe.
Da ich den Gedanken, dass übersinnliche Mächte in mein Schicksal eingreifen, noch immer zurückweise, bilde ich mir ein, eine Nervenkrankheit zu haben. Darum will ich nach Schweden fahren, um einen befreundeten Arzt aufzusuchen.
Als Andenken an Dieppe nehme ich einen Stein mit, der eine Art Eisenerz ist, die Form eines Dreiblatts hat, einem Spitzbogenfenster gleich, und das Zeichen des Malteserkreuzes trägt. Ich habe den Stein von einem Kind erhalten, das ihn am Strande gefunden hat. Es erzählte mir auch, diese Art Steine fielen vom Himmel, und würden dann von den Wellen ans Land geworfen.
Ich möchte gern an seine Deutung glauben und behalte das Geschenk als einen Talisman, dessen Bedeutung mir noch verborgen ist.
(An der Küste der Bretagne sammeln die Strandbewohner nach einem Sturme Steine in der Form eines Kreuzes, die wie Gold aussehen. Das ist ein Erz, das Staurolith heisst.)