—Oder ein Bedürfnis wie andere!

—Ich bin kein Atheist; aber ich denke, dass der Allmächtige die frühere Vertraulichkeit nicht mehr will. Man macht dem Ewigen nicht mehr den Hof, damit ist es aus! Ich halte mich an den Grundsatz des Mohammedaners, der um nichts als Gelassenheit bittet, damit er die Last des Daseins ertragen kann.

Grosse Worte, aus denen ich mir eigene Goldkörner heraushole. Er nimmt mir Gebetbuch und Bibel fort.

—Lies gleichgültige Sachen, von sekundärem Interesse, Weltgeschichte, Mythologie, und lass die Grübeleien. Vor allem: hüte dich vor dem Okkultismus, dieser Pseudowissenschaft. Es ist uns verboten, die Geheimnisse des Schöpfers zu erspähen, und wehe denen, die sie sich erlisten.

Als ich einwende, dass sich in Paris eine ganze Schule von Okkultisten gebildet habe, heult er:

—Wehe ihnen!

Am Abend bringt er mir Viktor Rydbergs "Germanische Mythologie", und zwar ohne Hintergedanken; ich bin wenigstens davon überzeugt.

—Hier sind Geschichten, bei denen man im Stehen einschlafen kann. Das wirkt besser als Sulfonal.

Wenn mein guter Freund gewusst hätte, welchen Zündfaden er da anzündete, er hätte lieber....

Die Mythologie in zwei Bänden, von zusammen tausend Seiten, öffnet sich unter meinen Händen wie von selber und meine Blicke heften sich alsbald auf diese Reihen, die sich meinem Gedächtnis in Feuerschrift einprägen: